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Gästebuch: Markus Till schreibt über den schwindenden Konsens der Christen bei den Kernüberzeugungen


Austritte, Skandale, Mitgliederschwund – darunter leiden nicht nur die großen Kirchen. Unter den mächtigen Megatrends wie Säkularisierung, Individualisierung und Polarisierung leiden alle Institutionen. Kein Wunder, dass sich viele kirchliche Leiter fragen: Wie kommen wir endlich „raus aus der Sackgasse“?


Michael Diener schreibt dazu in seinem gleichnamigen Buch: „Die christliche Kirche weltweit – und auch speziell in unserem westlichen Kontext – wird die vor ihr liegenden Herausforderungen nur gemeinsam bestehen.“ [1] Das ist wohl wahr. Jesus selbst hat intensiv für die Einheit seiner Nachfolger gebetet und dabei deutlich gemacht: Die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses hängt an der Einheit seiner Nachfolger (Joh. 17, 23). Einheit darf dabei allerdings nicht mit Einheitlichkeit verwechselt werden. Das Christentum war schon immer vielfältig in Formen, Strukturen, Prägungen und auch in theologischen Schwerpunkten. Das ist gut so. Wie sollte die Kirche Jesu die vielfältige Gesellschaft denn erreichen, wenn sie nicht vielfältig aufgestellt wäre?


Eine zentrale Überlebensfrage: Wie gelingt heute Einheit in Vielfalt?

Deshalb ist die Frage, wie denn heutzutage noch Einheit in Vielfalt gelingen kann, eine entscheidende Herausforderung für die Kirche Jesu. Michael Diener schreibt dazu: „Den evangelischen Landeskirchen … muss es ein Anliegen bleiben, das gemeinsam Identitätsstiftende so in den Mittelpunkt zu stellen, dass Unterschiede in einzelnen Sachfragen ausgehalten werden können.“ [2] „Gerade weil die Grundsubstanz christlichen Glaubens, wie sie sich etwa in den altkirchlichen Bekenntnissen findet, uns vorgegeben ist, … gerade deshalb kann ich die Vielfalt annehmen und mich selbst als einen Teil davon verstehen.“ [3] Ganz ähnlich formuliert auch Jürgen Mette in seinem 2019 erschienenen Buch „Die Evangelikalen“: „Wer sich in Christologie und Soteriologie in der Mitte findet, der kann sich Differenzen an der Peripherie des Kirchenverständnisses, des Taufverständnisses, der Eschatologie leisten.“ [4] Beide sagen also: Um Differenzen aushalten zu können, brauchen wir eine starke Übereinstimmung im Kern. Die „Grundsubstanz christlichen Glaubens“, wie sie z.B. in den altkirchlichen Bekenntnissen festgehalten wird, ist die Basis für vielfältige Einheit.


Diesen Aussagen kann ich nur rundum zustimmen. Persönlich bin ich überzeugt, dass die Einheit der Kirche Jesu auf 2 Beinen steht:


1. Eine authentisch gelebte Christusbeziehung

Die Mitte der Kirche ist kein Buch, kein Dogma und keine Überzeugung, sondern eine Person: Jesus Christus. Paulus hat deutlich gemacht, dass Jesus selbst als das Haupt der Kirche die Glieder seines Leibes miteinander verbindet (Eph. 4,15-16). Meine Erfahrung ist, dass mich nichts so schnell und so tief mit anderen Christen verbindet wie gemeinsames Gebet. Gelebte Liebe zu Christus führt fast automatisch zur Verbundenheit mit Allen, die Jesus ebenso lieben und ihm nachfolgen.


2. Eine dogmatische Übereinstimmung bei den zentralen Kernüberzeugungen des Glaubens

Hinzukommen muss aber – ganz im Sinne von Michael Diener und Jürgen Mette – auch eine dogmatische Übereinstimmung in den Kernfragen des Glaubens. Bekenntnisse zu den zentralen christlichen Glaubensinhalten gibt es, seit es Christen gibt. Ganz offenkundig hat die junge Kirche von Beginn an gespürt: Wir müssen gemeinsam in Worte fassen, was wir glauben! Die Bekenntnisse hatten immer eine doppelte Funktion: Nach innen haben sie zur Vergewisserung des Glaubens beigetragen. Nach außen hatten sie eine abwehrende Funktion gegen falsche Lehren, die die Kirche unterwandern und spalten könnten. Deshalb waren Bekenntnisse über verbindliche gemeinsame Kernüberzeugungen ohne Frage ein entscheidend wichtiger Beitrag zur einmaligen Erfolgsgeschichte der jungen christlichen Bewegung und zur Wahrung ihrer gemeinsamen Identität.


Umso dringender müssen wir uns der Frage stellen: Wie ist es denn heute um den Konsens bei den christlichen Kernüberzeugungen bestellt?


Der schwindende Konsens und die dramatischen Folgen

Meine Beobachtungen aus den letzten Jahren führen mich zu zwei Antworten:


1. In den großen Kirchen gibt es gerade in Bezug auf die altkirchlichen Bekenntnisse schon lange keinen Konsens mehr.


2. Im evangelikalen Umfeld schmilzt dieser Konsens seit gut 20 Jahren in zunehmend schnellem Tempo dahin.


Ich kenne kein Bekenntnis, dem Christen verschiedener Couleur heutzutage ganz selbstverständlich zustimmen würden, im Gegenteil: Zentrale Aussagen des Apostolikums wie z.B. die Jungfrauengeburt oder die Himmelfahrt gelten heute in weiten Teilen der kirchlichen Theologie als überholt. Symptomatisch war für mich neulich eine kurze Diskussion mit einem evangelischen Pfarrer. Er warf mir vor, die Dinge schlechtzureden. Selbstverständlich habe die Kirche doch einen Konsens über die zentralen Aussagen des Evangeliums! Ich fragte zurück, was denn die zentralen Aussagen sind, zu denen wir gemeinsam stehen? Seine Antwort lautete: Gott wurde in Jesus Christus Mensch, um allen Menschen seine Liebe zu zeigen.


Das klingt gut. Aber ist das wirklich Konsens in der evangelischen Kirche? Eindeutig nein. Erstens gilt für viele Christen: Gottes Liebe ist noch nicht das Evangelium! Ohne die Benennung des menschlichen Schuldproblems und des Erlösungswerks am Kreuz fehlt Entscheidendes. Und zweitens haben wir ja nicht einmal zu diesem „halben Evangelium“ Konsens, im Gegenteil: In der evangelischen Theologie wird mehrheitlich abgelehnt, dass Jesus der präexistente, menschgewordene Gott war.


Mich erschüttert immer wieder, dass es für dieses Drama der fehlenden gemeinsamen Kernüberzeugungen so wenig Problembewusstsein gibt. Denn die Konsequenzen sind ja extrem weitreichend und gerade in meiner evangelischen Kirche auch offenkundig: Wenn es fast nichts mehr gibt, was Christen ganz selbstverständlich miteinander feiern, besingen und bezeugen können, dann hat die Kirche auch keine gemeinsame Botschaft, kein Profil und keine Einheit. Dann kann sie natürlich auch nicht missionarisch sein. Dann ist auch der stattfindende Traditionsabbruch die zwangsläufige Konsequenz. Eine solche Kirche kann keine Zukunft haben.


Die Evangelikalen: Meine bunte Heimat mit dem selbstverständlichen gemeinsamen Kern

Diese existenzielle Not meiner evangelischen Kirche ist mir schon länger bewusst. Umso mehr war es für mich jahrzehntelang ein Trost, dass die Situation im evangelikalen Umfeld noch deutlich anders ist. Wir Evangelikalen hatten zwar schon immer eine große Vielfalt in Strukturen, Prägungen, Formen und durchaus auch bei theologischen Themen wie z.B. der Tauffrage. Aber die zentralen Überzeugungen des historischen Christentums, wie sie z.B. in der Glaubensbasis der evangelischen Allianz zusammengefasst sind, habe ich immer als eine ganz selbstverständliche gemeinsame Basis empfunden. Für mich galt: Egal, ob ich zu Willow, Pro Christ oder zum Marsch für Jesus gehe – über diese Kernüberzeugungen muss man nicht diskutieren. Sie gelten ganz selbstverständlich. Für diese Glaubensüberzeugungen stehen und brennen wir gemeinsam. Und dieser starke gemeinsame Kern hat genügt, um diese bunte und vielfältige evangelikale Welt für mich zur Heimat zu machen.


Risse im gemeinsamen Fundament – Der Verlust der Selbstverständlichkeit

Ich hatte deshalb buchstäblich eine schlaflose Nacht, nachdem ich vor einigen Monaten das Buch „glauben | lieben | hoffen“ gelesen hatte. [5] Dieses von leitenden Mitarbeitern der Jugendarbeit von FeG und Baptisten herausgegebene Buch ist im als evangelikal geltenden SCM-Verlag erschienen. Das Autorenteam will Grundfragen des christlichen Glaubens erklären. Sie kommen dabei zu Schlüssen, die ich aus der evangelischen Theologie schon lange kenne, die aber den oben beschriebenen evangelikalen Kernkonsens in Stücke reißen. Einige Passagen des Buchs lesen sich wie ein ganz direkter Widerspruch zur Glaubensbasis der evangelischen Allianz. Das gilt vor allem für die dort vertretene Kreuzestheologie. In meiner Rezension zu dem Buch [6] habe ich deshalb formuliert:


„Wir sind hier wohlgemerkt beim innersten und für mich persönlich unaufgebbaren Kern des christlichen Glaubens angelangt. Es ist der stellvertretende Opfertod Jesu, der mich bei jedem Abendmahl bewegt und mich mit meinen Mitchristen verbindet. Welche Konsequenz wird es für die evangelische Allianz und ihre Einheit haben, wenn nun auch Vertreter des BEFG und des FeG-Verbunds diese allerwichtigste verbindende Glaubenswahrheit öffentlich verwerfen? Was wird aus der evangelikalen Bewegung, den evangelikalen Werken (wie zum Beispiel der AEM) und den evangelikalen Großveranstaltungen, wenn man sich nicht einmal mehr auf diesen innersten Kern des Evangeliums einigen kann?“


Trend zur Subjektivierung

Derart harte Widersprüche zu evangelikalen Bekenntnisgrundlagen sind bislang nach meiner Beobachtung im evangelikalen Umfeld noch eher selten. Wesentlich häufiger beobachte ich einen Trend zur „Subjektivierung“. Damit meine ich: Die traditionellen Bekenntnisse werden zwar durchaus unterstützt. Man fügt jedoch hinzu: Sie sind nur Optionen. Es gibt heute noch andere berechtigte Sichtweisen. So schreibt zum Beispiel der erste Vorsitzende des Christivals Karsten Hüttmann zur Bedeutung des Kreuzestods:

„Es gibt nicht die eine, richtige Erklärung. Die verschiedenen Motive sind jeweils eher als Ergänzung statt als Widerspruch zu verstehen, denn es sind und bleiben letztlich unsere menschlichen Versuche, zu beschreiben, warum Jesus am Kreuz (für uns) starb. Dass es menschliche Versuche sind und es einen offensichtlichen Bedarf gibt, immer wieder neue Bilder zu finden, wird auch dadurch deutlich, dass die Motive sich innerhalb der letzten 2.000 Jahre Theologiegeschichte weiterentwickelt haben. Für Luther war z. B. die Frage nach einem gnädigen Gott noch der Dreh- und Angelpunkt seiner Lehren, und für viele Menschen ist auch heute noch die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Schuld existenziell. Für andere ist es aber vor allem die selbsterlittene Ungerechtigkeit (hier kann das Sterben Jesu u. a. als Solidarität Gottes mit den Leidenden erlebt werden) oder der Kampf mit der Selbstannahme und der Unsicherheit angesichts der eigenen Existenz (und das Kreuz demzufolge ein Zeichen der absoluten Liebe und bedingungslosen Annahme).“ [7]

Kann man also das Kreuz auch „vor allem“ als Solidaritätsakt mit den Leidenden ansehen? Darf jeder selbst entscheiden, welcher Schwerpunkt für ihn im Vordergrund steht? Steht der stellvertretende Opfertod nicht mehr objektiv für alle Christen im Zentrum des Kreuzesgeschehens? Oder gilt das nur noch subjektiv für die, die das als stimmig empfinden? Mit welcher Botschaft evangelisieren wir dann gemeinsam? Reden wir noch über Sünde, Erlösung von Schuld und Rettung im Gericht? Oder beschränken wir uns auf die Botschaft von der „absoluten Liebe und bedingungslosen Annahme“ als kleinster gemeinsamer Nenner?


Auch wenn die reformatorische (und aus meiner Sicht eindeutig biblische [8]) Sichtweise vom stellvertretenden Opfertod nicht verworfen wird, so wird doch deutlich: Auch Subjektivierung führt dazu, dass der verbindende gemeinsame Boden immer schmaler wird.


Zwei Narrative: Einheit durch Toleranz oder durch Konsens?

Michael Diener und Jürgen Mette betonen zwar die Bedeutung der Übereinstimmung in den Kernüberzeugungen. Sie problematisieren deren Erosion aber kaum. Stattdessen sieht Diener die Hauptbedrohung für die Einheit der Christen gerade bei denen, die sich für die Bewahrung des verbindenden Kerns einsetzen: „So betrachtet gibt es leider einen (bekenntniskonservativen) Flügel in der pietistischen und evangelikalen Welt, der nicht mehr »einheitsfähig« ist“ [9]. Konkret nennt er das Netzwerk Bibel und Bekenntnis[10] und meine Person [11] als Beispiel für solche Bekenntniskonservative. Mir zeigt sein Buch beispielhaft: Zu der Frage, wie Einheit in Vielfalt gelingen kann, stehen im Moment zwei grundverschiedene Narrative im Raum. [12] Das eine Narrativ sagt: Für Einheit in Vielfalt brauchen wir vor allem mehr Pluralität und mehr (Ambiguitäts-)Toleranz. Das andere Narrativ betont hingegen: Für Einheit in Vielfalt brauchen wir auch ein unbedingtes Festhalten an den historischen Kernüberzeugungen des christlichen Glaubens. Welches Narrativ hat recht?


Knackpunkt Bibelverständnis

Auch Michael Diener ist klar, dass die Frage nach dem Bibelverständnis letztlich im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht. [13] Haben wir ein Bibelverständnis, das bei aller Auslegungsvielfalt den Konsens in den Kernüberzeugungen stützen kann, weil es in der Bibel letztlich eine göttlich inspirierte Einheit sieht, die für uns Maßstab und Richtschnur sein kann? Oder haben wir ein Bibelverständnis, das die biblischen Texte so stark historisiert, dass es einer Subjektivierung auch in den zentralen Glaubensfragen nichts mehr entgegensetzen kann bzw. will? Rechnet man überhaupt noch damit, dass „die Bibel“ irgendetwas sagt? Oder sieht man in der Bibel nur noch eine Sammlung von fehlerhaften, widersprüchlichen menschlichen Zeugnissen und Erfahrungen? [14]

Meine Beobachtung ist: Es gelingt manchen Theologen zwar hervorragend, auch ein liberaleres Bibelverständnis in sehr konservativ klingende Begrifflichkeiten zu kleiden. Aber das ändert nichts daran, dass die Trennung zwischen Schrift und Offenbarung sowie ein sachkritischer Umgang mit der Bibel längst auch in vielen evangelikalen Milieus und freien Ausbildungsstätten üblich geworden ist. Und die Praxis beweist: Damit stehen rasch auch die innersten Kernüberzeugungen des Christentums zur Disposition.


Wie kann Einheit in Vielfalt wirklich gelingen?

Mehr Toleranz führt aus zwei Gründen nicht zwangsläufig zu mehr Einheit: Erstens heißt Pluralität in theologischen Fragen noch lange nicht, dass man auch Toleranz in (sexual-) ethischen und politischen Fragen hat. So hat zum Beispiel das Professorium der theologischen Fakultät Tübingen die konservative sexualethische Position als „unerträglich“ bezeichnet. [15] Und Michael Diener meint, die pietistisch-evangelikale Welt müsse sich dringend dem Gendern der Sprache und der Umsetzung einer Frauenquote öffnen. [16] In solchen auch gesellschaftlich stark polarisierten Themenfeldern lässt sich aber meines Erachtens erst recht keine Einheit gewinnen. Hinzu kommt: Wer immer mehr theologische Fragen subjektiviert, der leidet vielleicht nicht mehr an theologischem Streit, dafür aber an wachsender Profillosigkeit und schleichender innerer Entfremdung, weil das gemeinsame Anliegen fehlt. Wer streitet, ringt noch umeinander. Wer sich entfremdet, verabschiedet sich still. Ein einseitiger Fokus auf Toleranz führt deshalb gerade nicht zu fröhlicher Einheit.


Aber auch eine Hochschätzung von Gottes Wort und ein dogmatischer Konsens in den Kernfragen wird nicht genügen, um Einheit zu wahren und der Kirche Jesu Ausstrahlung zu verleihen. Die gelebte Liebe zu Christus muss das Zentrum der Kirche sein. Wer Christus liebt, wird auch seinem Wort folgen und mit Leidenschaft das Evangelium weitertragen. Die gemeinsame Leidenschaft für Christus, für sein Wort und für das Evangelium und war schon immer das Erfolgsgeheimnis des Christentums. Sie wird auch zukünftig dafür sorgen, dass die Kirche Jesu wächst und gedeiht.



Zur Person: Dr. Markus Till ist promovierter Biologe, Laientheologe, Buchautor, Blogger und Musiker. Er gehört zum Leitungskreis des Netzwerks Bibel und Bekenntnis. Bekannt wurde er unter anderem durch sein Buch „Zeit des Umbruchs“ sowie durch seinen Glaubenskursund gleichnamigen Podcast bzw. Blog „Aufatmen in Gottes Gegenwart“.


________________________________________________________________________________ [1] Michael Diener: Raus aus der Sackgasse! Wie die pietistische und evangelikale Bewegung neu an Glaubwürdigkeit gewinnt. Asslar 2021, S. 215 [2] Ebd., S. 112 [3] Ebd., S 103 [4] Jürgen Mette: Die Evangelikalen. Weder einzig noch artig. Eine biografisch-theologische Innenansicht. Asslar 2019, S. 107. [5] Volkmar Hamp (Hrsg.), Johannes Krupinski (Hrsg.), Andreas Schlüter (Hrsg.), Simon Werner (Hrsg.) glauben | lieben | hoffen. Grundfragen des christlichen Glaubens erklärt. SCM R.Brockhaus, 2021 [6] Markus Till: Glauben lieben hoffen – aber was? AiGG-Blog 2021, blog.aigg.de/?p=5819 [7] In: Björn Büchert | Katharina Haubold | Florian Karcher (Hrsg.): THEOLAB. Theologie für Nichttheologen. Jesus, Himmel, Mission. Stuttgart, 2021, Abschnitt 2 von Karsten Hüttmann: „Jesus - War das Kreuz wirklich nötig?“ [8] Siehe dazu Markus Till: Das Kreuz – Stolperstein der Theologie. AiGG-Blog 2018, blog.aigg.de/?p=3887 [9] Diener: Raus aus der Sackgasse! (wie Fußnote 1) S. 53 [10] Ebd., Endnote 26, S. 226 [11] Ebd., Endnote 37, S. 226 [12] Eine ausführlichere Gegenüberstellung der beiden Narrative liefert der Artikel: „Wie gelingt Einheit in Vielfalt?“, AiGG-Blog 2020, blog.aigg.de/?p=5332 [13] „»It’s bible and culture, stupid!« – »Es ist die Bibel und die Kultur, du Dummkopf!« Die Grundthese dieses Buches ist, dass eine notwendige geistliche Erneuerung der pietistischen und evangelikalen Welt nur gelingt, wenn eine bestimmte Lesart der Bibel, die ich jetzt vorläufig einmal als »eher fundamentalistisch oder biblizistisch« benenne, das »Ankommen« in einer bestimmten Zeit und Kultur nicht erschwert oder sogar unmöglich macht.“ Michael Diener in: Raus aus der Sackgasse (wie Fußnote 1), S. 16 [14] So schreibt zum Beispiel der FeG-Pastor Sebastian Rink: „„Warum entstehen überhaupt Bibeltexte? Ich stelle mir das so vor: Menschen machen Erfahrungen. … Nach und nach entwickeln sie Ideen und erspüren Antworten. … Und sie (er-)finden Worte dafür. … Sie halten fest, wie sie Gott erfahren. Menschen notieren, wie sie sich die geheimnisvolle Wirklichkeit des Göttlichen vorstellen. … So bilden sich nach und nach Sammlungen der wichtigsten Texte. … So stelle ich mir das vor und biete an, einmal auf diese Weise an die Texte heranzugehen. Nicht in tiefster Ehrfurcht vor ihrer vermeintlichen Heiligkeit, sondern höchst ergriffen von ihrer schamlosen Menschlichkeit.“ In: Wenn Gott reklamiert. Das große Schreien der Kleinen Propheten. Neukirchener 2021, S. 25/26 [15] In einem gemeinsamen offenen Brief wies das Professorium der Tübinger theologischen Fakultät im Jahr 2020 die theologische Ablehnung öffentlicher Gottesdienste anlässlich der Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare als „unwissenschaftlich“ zurück und ergänzte, es sei „unerträglich, wenn Ansichten, die eine solche Diskriminierung unterstützen, bis heute in der evangelischen Kirche vertreten werden.“ [16] Diener schreibt im Abschnitt über „Genderfragen“: „Eine pietistische und evangelikale Bewegung, die in diesen Fragen vorankommen möchte – falls sie es möchte –, wird endlich strategische Schritte gehen müssen, leider auch gegen eine eher fundamentalistische oder biblizistische Minderheit. Und bitte halten Sie das nicht für ein Nebenthema!“ In: Raus aus der Sackgasse! (wie Fußnote 1), S. 206

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