• matt studer

Corona, Gebana, Marihuana - ein Aufruf zu mehr Gelassenheit und Einheit!

Aktualisiert: 29. Okt 2021


Lasst nicht zu, dass euch etwas gegeneinander aufbringt, sondern begegnet allen mit der gleichen Liebe und richtet euch ganz auf das gemeinsame Ziel aus. (Philipper 2,2)
Freut euch, was auch immer geschieht; freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch! Seid freundlich im Umgang mit allen Menschen; ihr wisst ja, dass das Kommen des Herrn nahe bevorsteht. Macht euch um nichts Sorgen! Wendet euch vielmehr in jeder Lage mit Bitten und Flehen und voll Dankbarkeit an Gott und bringt eure Anliegen vor ihn. Dann wird der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreicht, über euren Gedanken wachen und euch in eurem Innersten bewahren – euch, die ihr mit Jesus Christus verbunden seid. Und noch etwas, Geschwister: Richtet eure Gedanken ganz auf die Dinge, die wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig sind und allgemeine Zustimmung verdienen; beschäftigt euch mit dem, was vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. Haltet euch bei allem, was ihr tut, an die Botschaft, die euch verkündet worden ist und die ihr angenommen habt; lebt so, wie ich es euch gesagt und vorgelebt habe. Dann wird der Gott des Friedens mit euch sein. (Philipper 4,4-9)

Bis noch vor drei Jahren war Corona einfach ein Bier - und alles war in Ordnung. Nicht dass Corona mein Bier gewesen wäre. Doch jetzt haben wir Corona in viraler Form - und damit den Salat. Vor ein paar Monaten bat mich ein Freund, doch was über die ganze Impf-Thematik zu verfassen. Ich lehnte dankend ab. Ich schimpfe mich kein Experte und habe auch nicht zu allem eine fachliche Meinung (und eigentlich zu wenig Zeit für all die Meinungen medialer Meinungsmacher). Habe ich meine Meinung also doch geändert, wenn ich hier nun was zu Corona schreibe?


Eigentlich nicht. Ich schreibe nicht über C. an sich, sondern über seine gesellschaftlichen Kollateralschäden. C. scheint tiefsitzende Ängste des Schweizer Unterbewusstseins an die Oberfläche zu befördern. Wie kontrollierbar ist unsere Gesundheit? Wie fest darf man dem Staat, unserer Regierung vertrauen? Wie sicher ist meine wirtschaftliche Existenz? Vielleicht ist da auch einfach die Angst vor Veränderung, die Angst, nicht zu wissen, wie sich unser Leben nach und mit C. verändern wird. Wenn C. auf die Kirche trifft, treten plötzlich (wieder einmal) konkrete Endzeitszenarien auf den Plan. Oder aber die Frage, wie weit man sich als christliche Gemeinschaft dem Staat unterordnen müsse, wird heiss diskutiert. C. ist unser aller Bier geworden, ohne dass es uns geselliger machen würde. C. macht uns Angst. C trennt uns.


Zum einen ist es gar nicht so schlecht, dass solche Ängste nun publik werden. Vielleicht gibt Gott uns hier eine Chance, als Christen mit unseren Ängsten zu dealen und reifer zu werden. So ist es bei Gott. Er lässt uns manchmal in die Schrottpresse geraten, damit das dreckige Zeugs herauskommt und das Gold übrig bleibt (1 Petr 1,6-7; siehe auch Jak 1,2-3). Könnte es denn sein, dass wir zu fest an unserer Gesundheit hängen? Nicht dass Kranksein und der Tod etwas an sich Wünschenswertes wären. Im Gegenteil! Der Tod ist ein Systemfehler. Als Christen warten wir sehnlichst auf unseren Auferstehungskörper, der keine Viren mehr einfangen wird! Unser jetziger Körper 'ist erst vergänglich, aber wenn er dann auferweckt wird, ist er unvergänglich' (1 Kor 15,42). Körperliche Gesundheit ist ein wichtiges Gut, funktioniert aber schlecht als oberster 'Gott'. Denn solange 'Gesundheit' uns regiert, leben wir mit der Angst, dass wir ja krank werden könnten. Manchmal sehe ich sogar Anzeichen, dass mögliche gesundheitlichen Risiken zu Distanz in Beziehungen führen können. Der 'Gott Gesundheit' knechtet uns und verpflichtet uns zu einem vorsichtig-ängstlichen und distanzierteren Leben. Ich plädiere nicht für Nachlässigkeit und Unvorsichtigkeit. Ich plädiere für einen weisen Lebenswandel in Abhängigkeit von Gott, der uns unsere Nächsten trotzdem und sogar noch mehr lieben lässt, weil sie es in dieser Zeit vermehrt brauchen!

Und was ist mit unserer finanziellen Sicherheit? Was, wenn du plötzlich deinen Job verlierst? Wenn's dann plötzlich finanziell knapp wird? Entgegen allen schweizerischen Bemühungen der finanziellen Absicherung, Versicherung und Zusicherung (an sich keine schlechten Dinge), fordert uns Jesus auf, nach dem Reich Gottes zu trachten und uns bitte keine finanziellen Sorgen zu machen (Mt 6,33). Haufen von Geld und abgesicherter Wohlstand sind keine Werte, die ewig halten (Mt 6,19). Gott allein hält unser Leben bis in die Ewigkeit! Ich bin zwar kein Versicherungsvertreter, aber ich kann dir versichern, dass Gott deine beste Lebensversicherung ist. Investiere in ihn! Sammle Reichtümer im Himmel! Zudem leben wir ja immer noch in der Schweiz. Viele von uns sind und bleiben finanziell gesegnet, trotz der viralen Schieflage. Vielleicht gibt uns Gott in dieser Situation ja die Möglichkeit, etwas von unserem Wohlstand an andere weiterzugeben, die unter der Krise zu Schaden kommen?


Kommen wir zur schwierigen Frage nach der Rolle des Staates. Oder müsste man besser sagen, unserem urschweizerischen Autonomie-Gefühl, dem tief empfundenen Recht auf persönliche Freiheit und Lebensgestaltung, das unser Staat bewahren und unterstützen sollte? Wie empfinden wir, wenn der Staat so unangemeldet mit seinen desinfizierten Schuhen in unseren Vorgarten tritt und unsere persönliche Freiheit zertifizieren will? Oder ist nun gar endlich der endzeitlich autoritäre Staat im Anmarsch, das Biest der Offenbarung? Etwas abgeschwächter, haben wir vielleicht einfach Angst davor, dass unsere geliebte Demokratie pandemisch unterhöhlt wird? Solche Fragen sind nicht unwichtig. [1] Trotzdem, könnte es sein, dass Fragen wie diese gerade etwas zu viel Gewicht bekommen? Dass wir vielleicht etwas überreagieren? Unsere Regierung versucht ja auch nur, mit der Krise fertig zu werden und uns, das Volk, da gut durchzuschippern. Man kann natürlich unterschiedlicher Meinung sein, was die getroffenen Massnahmen betrifft. Trotzdem bin ich irgendwie erstaunt über die zahlreichen epidemiologischen Experten, die durch die Krise so plötzlich auf den Plan gerufen wurden (gefühlt jeder dritte Schweizer). Ich zähle mich jedenfalls nicht zu ihnen. Wo aber sind die Experten für christliche Weisheit, für biblische Wahrheit und praktische Nächstenliebe? Könnte es sein, dass gerade wir Christen das Wesentliche aus den Augen verlieren? Lasst uns darum vermehrt die christlichen 3G's meditieren: gerechtfertigt, geheiligt und gesegnet in Christus! Seien wir wachsam, aber halten wir uns fern von Verschwörungstheorien! Seien wir prüfend, aber verlieren wir dabei nicht unsere Balance! Frage dich mal, wieviel Raum die ganze Corona-Politik in deinem Alltag einnimmt, was du liest, wie du redest, über was du nachdenkst und worüber du dir Sorgen machst.

Richtet eure Gedanken ganz auf Covid, das wahr und achtenswert, gerecht, rein und unanstößig ist und allgemeine Zustimmung verdient; beschäftigt euch mit allem rund um Covid, das vorbildlich ist und zu Recht gelobt wird. (Philipper 4,8 - zeitgemässe Übersetzung)

Ich als nur marginal Betroffener - ich habe meine Gesundheit, meinen Job und mein Vertrauen in den Staat noch - habe vielleicht gar kein Recht und wenig Glaubwürdigkeit meine Meinung hier bloglich kundzutun. Ich weiss nicht, in welchem Mass du von C. betroffen bist. Für die einen von uns wurde dieses Bier zu einem wahren Wermutstropfen. Das ist schlimm und soll keinesfalls kleingeredet werden. Trotzdem (und das betrifft vor allem die nicht-so-Betroffenen) sollte sich, so glaube ich, wieder vermehrt eine göttliche Gelassenheit unter uns Christen breit machen. Warum? Weil wir als Christen allen Grund haben, gelassen zu sein. Gott hat's im Griff! Sein Reich kommt! Sein Wille geschieht! Wie kommen wir dahin? Indem wir uns vor allem anderen daran freuen, dass wir mit Christus verbunden sind (Phil 4,4). Denken wir über das nach, was wir in Christus haben - über das Wahre, Vorbildliche, Gute, Gerechte, und Reine (Phil 4,8). Kommen wir mit all unseren Nöten und Sorgen zuerst vor Gott, noch bevor wir das BAG konsultieren (Phil 4,6).


Mich erinnert christliche Gelassenheit ein ganz kleines bisschen an Marihuana, an die Wirkung dieser Substanz, die einen etwas dämpft, passiv und teilnahmslos macht. Nicht, dass wir als Christen passiv oder teilnahmslos sein sollen, oder nicht am politischen Geschehen partizipieren sollen. Unbedingt sollten wir das! Ich rede eher von einer feinstofflichen, tiefen-psychologischen, ja, geistlichen Ebene. Die Bibel verheisst uns nämlich Gottes 'Peace', eine Substanz, die weit über das menschliche Verstehen hinausreicht (Phil 4,7). Mit diesem göttlichen Frieden intus, bleiben Christen gelassen, zuversichtlich, freundlich und fröhlich - selbst in pandemischen Umständen.


Themenwechsel: Wer von euch kennt Gebana? Genau, die mit den fairen Früchten. Mir gefällt ihr Slogan: 'we are changing the rules'. Gebana versucht, mitten im global-vernetzen System des Kapitalismus nach anderen, faireren Regeln zu spielen. Das erinnert mich irgendwie an die Kirche. Denn auch die Gemeinschaft Christi lebt in diesem gefallenen Weltsystem nach ihren eigenen Regeln. Naja, nicht ihren, sonder den Regeln, die Christus aufgestellt und vorgelebt hat: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe (Joh 13,12).

Lasst nicht zu, dass euch etwas gegeneinander aufbringt, sondern begegnet allen mit der gleichen Liebe und richtet euch ganz auf das gemeinsame Ziel aus. (Philipper 2,2)

Bitte, liebe Schwestern und Brüder, geht in euch! Es darf nicht sein, dass irgend so eine Malware von Bazillus uns voneinander trennt, so dass selbst christliche Gemeinschaften sich spalten! Es darf nicht vorkommen, dass politische Meinungen und epidemiologische Überzeugungen das göttliche Liebesgebot überschatten. Dass wir uns wegen dem Impfen beschimpfen oder uns so polarisieren, dass es dermassen eiskalt unter uns wird, dass sogar Polarbären eine Chance hätten, in unserer Runde zu überleben (wenn sie's am Nordpol nicht mehr können)! Zu extrem? Vielleicht. Aber richten wir uns doch gemeinsam auf unser Ziel aus, das ist Christus. Christus ist unser Zentrum, unsere Mitte, unser Leben, unsere Hoffnung! Christus starb für Geimpfte und Ungeimpfte, für Massnahmen-Gegner und Befürworter. Wir sind alle schon zertifiziert (= gerechtfertigt) in Christus. Unter dem Kreuz verblassen solche Unterschiede und die Liebe regiert. Ich bin felsenfest davon überzeugt. Wenn wir Christen unserer Selbstbezeichnung getreu Christus im Fokus behalten, werden wir in Einheit, Liebe und vielleicht sogar mit Demut durch dieses schwierige Gewässer manövrieren. Die christliche Kirche muss in diesem Punkt nicht den derzeitig gesellschaftlichen Regeln folgen. [2] Wir polarisieren nicht, wir lassen uns durch Christus vereinen. Wir werfen nicht mit Steinen oder spritzen mit Wasserwerfern aufeinander, wir umarmen Andersdenkende (ob mit oder ohne Maske) und nehmen sie in unserer Mitte auf. Vielleicht wird die Kirche auf diese Weise sogar positiv Leuchtturm-artig in diese polarisierte Gesellschaft hineinstrahlen (?). Das wäre doch ein schönes Zeichen für das Reich Gottes, das so anders tickt wie die Welt.


Was würde Jesus tun? Er würde vielleicht ein Bier trinken, aber ein Deutsches, in eine Gebana-Orange hineinbeissen (ok, kiffen würde er nicht!) und den Leuten zuhören, ihre Ängste zu verstehen versuchen. Und dann würde er saugute Fragen stellen, die uns aus unserer Reserve hinauslocken und unsere innere Denke ein Stück weit entlarven würden, so dass wir uns wieder mehr bewusst wären, um was es im Leben wirklich geht.


Ein humoristisches Nachwort zur allgemeinen Auflockerung der pandemischen Lage und Förderung der Gelassenheit inmitten eines epidemiologischen Epizentrums

Vielleicht brauchen wir auch Humor. Wie wärs mit einem Wortspielrätsel? Wie lautet der Fachbegriff für eine grosse Ansammlung von Pandas? Genau, eine Pandamie.





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[1] Der Theologe und Pastor Thomas Bänziger hat neulich ein fundiertes Statement zum Thema Kirche und Staat gegeben. Siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=z5nymL3f5wM


[2] Damit meine ich 'in diesem Punk'. Dass die Kirche nach anderen Regeln lebt, sollte nicht implizieren, dass wir uns gegen die Beschlüsse des Staates auflehnen sollen. Ich bin kein Pastor. Was das Pastorale betrifft, braucht es ganz bestimmt viel Weisheit und Kreativität, in der gegenwärtigen Lage nach guten Lösungen zu suchen (vor allem was den Gottesdienst, Zertifikate und so anbelangt). Danke an alle, die ihre Energie an diesem Punkt investieren!

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