• matt studer

Christen & Kultur, oder warum wir manchmal mehr von der Welt, aber nicht in ihr sind!

Aktualisiert: 14. Apr.


Wir schreiben das Jahr 567 vor Christus. Das Volk Israel lebt nun schon seit 30 Jahren in Babylon-City, der Metropole der damaligen antiken Welt. Das waren bittere Zeiten. Das heilige Volk Israel wurde ausgerechnet in diesen Sündenpfuhl ins Exil verschleppt. Dabei wäre doch der Plan gewesen, abgesondert von den anderen, eben ziemlich unheiligen Völkern zu leben, um so als gutes Beispiel vorausgehend auf den wahren Gott, JHWH aufmerksam zu machen (siehe 2 Mose 19,5-6). Umso verblüffender, welche Nachricht Gott den Israeliten in dieser Situation zukommen liess:

So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's euch auch wohl. (Jeremia 29,4-7)

Das tönt zunächst nach einer Abkapselungsstrategie: pflanzt eure Gärten und baut eure Häuser, verheiratet euch untereinander, bewahrt eure nationale Identität und bleibt dem Treiben der sündigen Stadt fern. Wenn man nur den ersten Satz liest, könnte man tatsächlich zu diesem Schluss kommen. Doch Gott schlägt etwas ganz anderes vor: sucht der Stadt Bestes, investiert euch, dient ihr, betet für sie, damit es euch gut geht. Keine Abkapselung, sondern sinnvolles Engagement.


Zurück in die Zukunft, ins Jahr 2022 nach Christus. Die Stadt Babylon gibts nur noch in Trümmerhaufen oder als Lady Gaga Song. Aber wir Christen befinden uns in einer ganz ähnlichen Lage wie das Volk Israel damals. Wir leben hier und nicht im Himmel, oder wie man sich die perfekte 'christliche Niederlassung' halt vorstellt. Wir befinden uns auf eine Art und Weise im Exil, wir sind noch nicht in unserer wahren Heimat angekommen.

[Klammer auf: Moderne Christen leiden unter Gedächtnisschwund, was ihre eigentliche Bürgerschaft anbelangt. Sie wären Bürger des Himmels (Phil 3,20), doch fühlen sie sich vielmehr in dieser Welt zu Hause. 'Lasst uns Häuser bauen und darin wohnen und uns ein schönes Leben gestalten'. Dabei vergessen sie, dass sie unterwegs sind, Reisende, Pilger auf dem Weg in die himmlische Stadt. 'Denn auf dieser Erde gibt es keine Stadt, in der wir für immer zu Hause sein können. Sehnsüchtig warten wir auf die Stadt, die im Himmel für uns erbaut ist.' (Hebräer 13,14) Kurz, sie vergessen ihren Exilantenstatus - Klammer zu].


Als Christen sind wir in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt (Joh 17,15-16). Aus diesem 'in und doch nicht von' resultiert ein Spannungsverhältnis, das die Kirche immer schon beschäftigt hat. In meinem letzten Beitrag besprach ich Niebuhr's fünf Modelle, fünf Möglichkeiten, wie Christen ihre Beziehung zur Welt gestaltet haben. In diesem Beitrag will ich diesem Spannungsverhältnis noch einmal etwas persönlich gefärbter auf den Grund gehen. Ich bin überzeugt, dass Christsein in dieser Welt ein ganz abenteuerliches und lohnendes Unterfangen ist.


Was um alles in der Welt meint Johannes mit 'Welt'? Oder sollten Christen nicht mehr ins Kino gehen?


Es ist aufschlussreich, wenn man sich das siebzehnte Kapitel des Johannesevangeliums etwas genauer zu Gemüte führt. 'Sie [die Jünger] gehören nicht zur Welt, so wenig wie ich [Jesus, der dies sagt] zur Welt gehöre.' (Vers 16) Gleichzeitig lesen wir: 'Ich [Jesus] bitte dich [den Vater] nicht, sie [die Jünger] aus der Welt herauszunehmen; aber ich bitte dich, sie vor dem Bösen zu bewahren.' (Vers 17) Das hilft weiter. Kann es sein, dass Jesus dem Wort 'Welt' in diesen aufeinanderfolgenden Versen zwei unterschiedliche Bedeutungen gibt? Bedeutung 1: Die Jünger gehören nicht zur 'Welt' meint, dass sie nicht länger zum Gott-feindlichen Weltsystem gehören (sie selbst werden ja jetzt von 'der Welt' gehasst, weil sie zu Jesus gehören - Vers 14). Sie gehören zur Familie Gottes, sie leben unter der Herrschaft Jesu und in dem Sinne nicht länger 'in der Welt'. [1] Bedeutung 2: Sie bleiben in der Welt, sie arbeiten und leben in dieser Welt. Sie wohnen auf dem Fleckchen Erde, wo sie hingepflanzt worden sind. Sie werden nicht in den Himmel entrückt. Jesus sendet sie sogar 'in diese Welt' (Vers 18), also in die Gesellschaft, in die Strassen und Gassen, in die Kneipen von 'Babylon'.


Mit dieser theologischen Vorarbeit haben wir einen guten Punkt erreicht, um über Kultur zu reden (siehe Niebuhr - Christus und Kultur). Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde und die Menschen. Da gab es noch keine menschliche Kultur, nur pure Natur. Aber dann gab Gott den Menschen diesen Auftrag: 'Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.' (1 Mose 1,28) Und weiter lesen wir: 'Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.' (1 Mose 2,15) Was ist das anderes, wenn nicht ein Kulturauftrag? Nehmt das Rohmaterial der Erde und kreiert, erfindet, erschafft Kultur!


Genau so geschah es dann auch. Die Menschen nahmen das Rohmaterial und stellten etwas damit an. Wir lesen, wie die Familie von Kain dem Kulturauftrag nachkam: 'Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Zelten wohnen und Vieh halten. Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler. Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; der machte die Werkzeuge für alle Erz- und Eisenschmiede.' (1 Mose 4,20-22) Und nirgends lesen wir, dass Gott etwas dagegen gehabt hätte. Im Gegenteil, Kain's Familie setzte ja genau das um, was er den Menschen aufgetragen hatte.

Nun führen die Menschen ihren Kulturauftrag bekanntlich nicht nur zum Guten, sondern auch zum Destruktiven aus. Vor allem vergessen sie dabei, dass ihr kulturelles Kreieren in Abhängigkeit von und zur Ehre Gottes geschehen sollte und nicht, um sich selber einen Namen zu machen. Schon recht früh wurden die ersten Städte (Kulturzentren) zu Orten des Gottvergessens und der Selbstverherrlichung des Menschen, kleine Babylons und Sodom und Gomorrahs. Kultur, von Menschen geschaffen, hat immer das Potenzial zum Guten und zum Schlechten. Sie kann nähren, heilen, aufbauen oder bewahren. Und sie kann zerstören, durcheinanderbringen, niederreissen und Gott verschmähen. Wenn die Bibel negativ von 'Welt' redet, dann meint sie diese negativen Effekte der Kultur.


Wir sind jetzt besser in der Lage zu diskutieren, ob Christen für oder gegen Kultur sein sollen. Natürlich sollen sie 'für' Kultur sein, aber gegen 'Welt'! Sie sollen also bitte ins Kino gehen, aber unterscheiden können, welche Filme gut fürs Gemüt sind und welche man sich vielleicht besser nicht antun sollte. Nach dem Motto, 'Alles ist mir erlaubt - aber nicht alles nützt mir. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.' (1 Kor 6,12)


Gibt es eine christliche Kultur? Oder sollten Christen eigentlich auch unter der Woche zur Kirche gehen?


Manchmal ist die Welt mehr in der Kirche als die Kirche in der Welt. Die Kirche (sowohl als Institution als auch als Gemeinschaft) ist vor der Welt nicht gefeit. Ich glaube, dass diese Tatsache heute allen einleuchtet, dank Missbrauchsskandalen und Co. Aber auch deine Ortsgemeinde ist davon nicht ausgenommen, wie ich dir nicht weiter erklären muss. Und ja, selbst du und ich tragen die Welt in uns! Erinnere dich an den Mönch, der vor der Welt in die Wüste floh, nur um zu merken, dass er die Welt auch in sich trug. Wer immer eine gegen-kulturelle Haltung einnehmen will, sollte sich bewusst sein, dass auch er oder sie sich 'von den negativen Aspekten der Welt' reinigen muss.


Was aber ist mit Kultur im breiteren Sinn und der Kirche? Im Brief an Diognetus (um 210 n. Chr.) lesen wir folgende Sätze:

Die Christen nämlich sind weder durch Heimat noch durch Sprache noch durch Sitten von den übrigen Menschen unterschieden. Denn sie bewohnen weder irgendwo eigene Städte noch verwenden sie eine abweichende Sprache noch führen sie ein absonderliches Leben. (5,1 und 5,2)

Christen sind eben auch auf diesem Planeten angesiedelt. Darum gibt es chinesische, spanische, rätoromanische, arabische und papua-neuginaeische Christen. Darum gibt es eine afrikanische Kirche mit einem fünfstündigen, tanzenden und emotionsgeladenen Gottesdienst und eine west-europäische Kirche mit einem einstündigen, nüchternen und intellektuellen Gottesdienst. Die himmlische Kirche in der neuen Schöpfung wird eine Gemeinschaft aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen, ein multi-kulturelles Grossevent bilden (Offenbarung 7,9). Und nach dem Gottesdienst (keine Ahnung wie lange der dann dauern wird) werden wir multi-kulinarisch mit den besten Gerichten rund um die Welt (hier positiv gemeint) verwöhnt werden! Lassen wir uns also diese kulturelle Vielfalt um Himmels willen nicht nehmen, sondern zelebrieren wir sie.


Und doch, die Kirche ist schon auch eine Gegenkultur. Zumindest sollte sie es sein (man lese nur Phil. 2,15 oder Matt. 5,14). Die christliche Gemeinde ist eine Stadt, eine polis, wie Jesus sagte, also eine politische Gemeinschaft. Damit wir uns richtig verstehen, ich meine damit nicht, dass die Kirche zu einer politischen Partei mutieren sollte (Amerika ahoi!), oder dass sie am Sonntag Morgen Lobbying betreiben muss. [2] Dass die Kirche eine polis ist heisst, dass sie eine ganz eigene Gesetzgebung hat: Sie lebt unter der Herrschaft von Christus, ihrem König.

Richtet euch als gehorsame Kinder Gottes nicht mehr nach den eigensüchtigen Wünschen aus jener früheren Zeit [= Welt], als ihr noch nichts von Christus wusstet. Der, der euch berufen hat, ist heilig; darum sollt auch ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führen. (1 Petr. 1,14-15).

Dieses geheiligte Leben der kirchlichen Gemeinschaft (man beachte den Plural hier!) ist die 'Kultur', die die Kirche kultivieren soll. [3] Dann wird sie eine prophetische Stimme in dieser Welt und gegen die 'Welt' im johanneischen Sinn sein. Dann wird sie eine Kolonie des Himmelreichs sein, in all ihrer Schwachheit und Unvollkommenheit.


Und jetzt ab in die Welt, um zu gestalten, zu protestieren, zu bejahen, zu konfrontieren, zu bewahren und zu erneuern - und alles gleichzeitig und zu seiner Zeit!


Leben Christen, lebt die Kirche zu sehr in ihrem eigenen christlichen Ghetto, den eigenen vier Wänden, hermetisch nach aussen abgeriegelt (die Kritik derer, die Kirche lieber als relevante Grösse in der Gesellschaft sähen)? Oder ist die Kirche selbst zu verweltlicht, unterscheidet sie sich zu wenig von der Welt (die Kritik derer, die Kirche eher als gegen-kulturelle Gemeinschaft, als prophetische Kritik an der Gesellschaft en place hätten)?


Was ist relevant? An der Strassenecke vor dem Hauptbahnhof zu predigen (sprich, einen Monolog führen, bei dem niemand zuhört), oder ein 'christliches' Kaffee zu eröffnen, das sehr guten Kaffee und wenig Christliches ausschenkt?


'Wir sind Kirche für andere'. Oder, 'Wir sind eine authentische Kirche'. Ich bin kein Freund von zu simplen 'Missionsstatements'. Diese sind mir meistens eben zu einfach gestrickt. Sie tönen zwar gut, aber halten der Realität nicht stand. So auch hier. Als Christen und als Kirche können wir gleichzeitig für oder gegen Kultur sein, uns aus der Welt zurückziehen und im selben Moment in die Welt gesendet sein, gleichsam auf eine Art distanziert und auf eine andere Weise engagiert leben und handeln. Wir müssen gleichermassen alle verschiedenen Wege in Betracht ziehen!


Als Kirche sind wir eine 'Stadt auf dem Berg' inmitten dieser weltlichen Stadt (wer schon mal in Rio de Janeiro war weiss, dass es auch inmitten einer Stadt richtige Berge geben kann). Das heisst Ja, wir bauen unsere eigenen Gärten und Häuser, leben unsere 'Kultur' mit unserer ureigenen Sprache, unseren Stories und hausgemachten Ritualen. Wir haben unsere internen Meetings und Versammlungen. Wir bilden eine eigenständig kulturelle Gemeinschaft mit himmlischem Beigeschmack (hoffentlich!). Wann immer die kirchliche Gemeinschaft und einzelne Christen so leben, kollidieren sie an der einen oder anderen Stelle mit der 'Welt'. Beispiele gefällig? Gut, zwei, wobei das Erste mehr einer unerfüllten Hoffnung entspricht und das Zweite zwangsläufig polarisiert. Erstens, die kirchliche Gemeinschaft könnte mit der Welt kollidieren, wenn sie am weltlichen Konsum und der Geldgier des Mammon 'vorbeilebt'. Nicht unbedingt, dass sie eine besitzlose Kommune bildet oder ein franziskanisches Armutsgelübde ablegt. Einfach, indem sie anders mit Geld haushaltet: grosszügiger, barmherziger und selbstloser. Dass sie sich nicht dem endlosen Konsum hingibt, weil für sie andere Prioritäten im Vordergrund stehen. Und zweitens, das Thema Sexualität. Hier eckt die Gemeinschaft Jesu mit ihrer 'überirdischen' und für die Gesellschaft radikalen Vorstellung von 'kein Sex vor der Ehe', aber dafür umso erfüllterem Sex in der Ehe, sowie einer perplexen Auffassung von total erfülltem Single sein trotz Zölibat an. [4] Es gibt keine weltliche Gemeinschaft, die diese beiden Aspekte 'Geld und Sex' in dieser Kombination so ausleben würde. [5]


Wir sind noch nicht am Ende. 'Suchet der Stadt Bestes, betet für sie!' Christen engagieren sich für diese Welt, ihre 'weltlichen' Nachbarn und die Gesellschaft. Sie sind 'für' eine Verbesserung der Umstände, für Bekämpfung von Armut, für bessere Gesetze, für fairen Handel, für gerechtere Bedingungen am Arbeitsplatz und auch für schöne Grünzonen, Kunstgalerien, Sportplätze, gute Schulbildung und lebensbejahende Altersheime. Die weltliche Stadt kommt auch in ihren Gebeten nicht zu kurz (siehe Jeremia 29,7). Sie beten für die Obrigkeit, die Entscheidungsträger der Gesellschaft (1. Tim. 2,2). Kurz, als Christen bejahen sie die guten und schönen Aspekte der Kultur, setzen sich für ihre Bewahrung ein und engagieren sich überall dort für eine Verbesserung und Erneuerung, wo das Schöne und Gute verschüttet, verdrängt und pervertiert wurde. So partizipieren sie am Kulturauftrag, den Gott schon den ersten Menschen gegeben hat.


Wir tun dies nicht, weil wir uns davon eine Potenzsteigerung unserer gesellschaftlichen Relevanz erhoffen, das wäre höchsten ein Nebeneffekt. Nein, wir helfen uns damit selber: wenn es der Stadt gut geht, dann geht es auch uns gut (wieder Jer 29,7). [5] Lässt sich diese Welt denn transformieren? Bis zu einem gewissen Grad Ja. Die Spannbreite geht von einer neugestrichenen Küche bis zur Abschaffung des Sklavenhandels. Doch, am Horizont mahnt uns stets diese Leuchtschrift: 'Wir dagegen haben unsere Heimat im Himmel. Von dort erwarten wir auch Jesus Christus, unseren Herrn und Retter.' (Phil 3,20) Ja, 'wir warten auf diese neue Welt, in der endlich Gerechtigkeit herrscht.' 2. Petr 3,13a) Wir sind eben noch nicht am Ziel, sondern im Exil. Das Beste kommt noch und das Gute, dass wir hier erfahren dürfen, kann immer nur zeichenhaft sein, ein Vorläufer auf den 'neuen Himmel und eine neue Erde, die Gott uns zugesagt hat.' (2. Petr 3,13b) [7]



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[1] Man könnte diesen Punkt theologisch beliebig vertiefen. Ich empfehle John Frame: https://thirdmill.org/files/english/hall_of_frame/Frame.Apologetics2004.ChristandCulture.pdf

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[2] Hier wiederum: wir schliessen damit nicht aus, dass einzelne Christen sich auch in der Politik engagieren können und sollen. Wir reden hier vom Gebilde der Kirche, korporativ und nicht individualistisch.

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[3] Wie ist die 'himmlische' oder 'göttliche' (da an Gottes heiligem Charakter angelehnte) Kultur zu definieren? Dazu brauchen wir die ganze Bibel, Altes und Neues Testament, und dann könnten wir uns ans Werk machen (genug Stoff für einen anderen Blogbeitrag oder gar ein Buch).

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[4] Wir lassen dieses Fass mal halbgeöffnet so stehen. Ich bin mir sehr bewusst, dass es zu diesem Thema, wie eigentlich zu jedem anderen Thema auch, keine einheitliche christliche Meinung gibt

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[5] Die Komplexität, die sich hier auftut, kann uns nicht entgehen. Auch 'Kultur' ist kein einheitliches Gebräu. In unserer 'westlichen Kultur' hausen verschiedenste Subkulturen. Während die Kirche mit ihrer Sexualethik eher konservativen Strömungen entspricht (aber nicht ganz) und sich mit liberal-emanzipierten Bewegungen reibt, ist es in Bezug auf Geld und Konsum ungefähr umgekehrt. Gewisse links-politische Haltungen zum Thema Geld stehen dem 'christlichen Weg' näher (sind aber nicht identisch), als der Neoliberalismus konservativer Parteien. Unterschiedliche Reibungen an diversen Orten.

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[6] Sprechen wir hier von christlichem Egoismus? Man müsste natürlich ergänzen, dass alles was Christen tun, zur Ehre Gottes geschehen soll (Kor 3,17).

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[7] In diesem Sinne wirken Christen zusammen mit Nichtchristen 'transformatorisch' in dieser Welt. Inwiefern dieses (christliche) Wirken und die daraus entstehenden Früchte dem Königreich Gottes entsprechen, ist eine Frage, die ich hier nicht besprechen kann.

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