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  • matt studer

Gästebuch: Deby Blaser schreibt über ihre Erfahrungen, wenn über die Bibel diskutiert wird



Des Öfteren erlebe ich in Gesprächen mit anderen Christen über die Bibel, dass wir auf der Ebene des oberflächlichen Meinungsaustausches bleiben. Wir sprechen über die Bibel und meinen in dem Moment zu wissen, was sie sagt und meint. Die Gespräche enden dann oft damit, dass folgendes gesagt wird: «Ich denke es gibt dazu unterschiedliche Meinungen, auch wie man Aussagen der Bibel verstehen kann.» «Ich glaube es ist nicht so einfach zu verstehen, wie du das sagst.» «Das ist deine Meinung. Ich sehe das anders, aber ich lasse deine Meinung stehen.» «Es ist doch eigentlich gar nicht so wichtig, wie es gemeint ist.»


Das subjektive Wahrheitsempfinden wird, wie auch in der Gesellschaft, vermehrt hochgehalten. Unser Denken, unsere Logik und Erfahrungen werden dabei zum Massstab für unsere Überzeugungen und die Auslegung der Bibel.

Ich beobachte, dass die meisten Gespräche über den Glauben und die Bibel stattfinden, ohne sie einmal zusammen aufgeschlagen, geschweige denn, einzelne Stellen nochmals genau nachgelesen zu haben, um dann auf dieser Grundlage weiterdiskutieren zu können. Dabei vermisse ich manchmal den Wunsch, wirklich herausfinden zu wollen, was Gottes Absichten sind. Stattdessen scheint es heute völlig ok zu sein, wenn wir auf unterschiedliche Antworten kommen, dies auch nicht weiter hinterfragen und einfach akzeptieren, dass das so ist.


Paulus ermutigt zu etwas anderem:


«So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid»… Philipper 2,2


«…lasst euch zurechtbringen, lasst euch ermuntern, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Und der Gott der Liebe und des Friedens wird mit euch sein.» 2.Korinther 13,11


Streben wir heute als Christen überhaupt noch danach, dasselbe über die Bibel und Gott zu denken? Ist es überhaupt noch unser Wunsch, zum gleichen Schluss zu kommen, was die Lehre der Bibel anbelangt? Einheit zu finden und um gleiche Erkenntnisse zu ringen, ist in der heutigen Zeit, so scheint es mir, gerade auch in unserem gesellschaftlichen Klima, schwieriger geworden. Ich beobachte auch, dass der Einheit unter Christen zusätzlich viel im Weg stehen kann. Vielleicht ist es Stolz, der verhindert, sich etwas sagen zu lassen, sich eine Ansicht des anderen anzuhören und zu versuchen, sie zu verstehen, Unwissenheit, Menschenfurcht, vorschnelles Schubladisieren und dadurch eine Abneigung zu verspüren, nicht zuhören können, mangelndes Interesse oder Zeit, Resignation, weil man eigentlich denkt, dass die Bibel sowieso voller Missverständnisse ist und es deshalb keine einheitliche Antworten geben kann. Bestimmt gibt es noch weitere Gründe. Ich frage mich: Was würde stattdessen in Gesprächen geschehen, wenn alle diese Dinge abgelegt würden?


Nach meiner Überzeugung gewinnen wir mehr Erkenntnisse über Gott, wenn wir damit beginnen, mehr und öfter die Bibel zu lesen. Lesen wir die Bibel noch? Ich bin überzeugt, nur so werden wir seinen Willen und die Wahrheit erkennen (2.Timotheus 3,16) und Zusammenhänge in seinem Wort besser zu verstehen. Denn unser Wissen ist Stückwerk und Gott möchte, dass wir nach und nach mehr von ihm und seinem Willen für uns erkennen (1.Kor.13; Eph.4,13).


Schlussendlich bleibt die entscheidende Frage: Welchen Stellenwert hat die Bibel für uns Christen noch? Wollen wir sie bis ins Detail als eingehauchtes Wort Gottes annehmen und verstehen? Ist sie bindend für unser Leben?


Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, und dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen. 2.Timotheus 3,16


Es kommt mir so vor, als ob dieses Vertrauen etwas verloren gegangen ist, dass Gott auch mir persönlich seinen Willen offenbaren kann. Vielmehr verlassen wir uns heute auf Aussagen und Zitate von anderen. Das kann hilfreich sein. Jedoch geht meines Erachtens viel verloren, wenn wir uns nur darauf verlassen und selber die Bibel nicht mehr studieren.


Denn der HERR gibt Weisheit. Aus seinem Mund ⟨kommen⟩ Erkenntnis und Verständnis. Sprüche 2, 6


Ich wünsche mir, dass wir es Gottes Geist zutrauen, dass er uns auch ganz persönlich seinen Willen offenbaren kann und dass unsere Gespräche wieder mehr dahin führen, Einheit finden zu wollen. Dass wir Gottes Worte erwartungsvoll, gottesfürchtig und ganz neu mit Hingabe studieren. Im Wissen, er möchte mir darin seine Wahrheit und Erkenntnis schenken.


«Das Geheimnis des Herrn ist für die, die ihn fürchten.» Sprüche 8,13

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