• matt studer

Persönliche Veränderung 01: David Powlison

Aktualisiert: 8. Nov. 2021


David Powlison war ein bekannter Autor, Seelsorger, Psychologe und Theologe aus Philadelphia, ein Mitglied und zuletzt Geschäftsführer von CCEF (Christian Counseling & Educational Foundation). Seine Schriften über Psychologie und Evangelium sowie über christliche Veränderung (der schöne theologische Begriff dafür ist Heiligung) begleiten mich seit langem in meinem theologischen Denken und meinem persönlichen christlichen Leben. Von Herzen zugleich Tiefdenker und Praktiker mit einem unglaublichen Erfahrungsschatz, gelingt es ihm den komplexen und zugleich bodenständigen Veränderungsprozess des Christen sehr treffend in Worte zu fassen. Als Theologe werde ich von ihm dazu herausgefordert, dass meine biblische Theologie keine Elfenbeinturmtheologie wird, sondern mitten im alltäglichen und manchmal chaotischen Leben Fuß fassen muss. Als Praktiker bin ich herausgerufen, meine Praxis biblisch-theologisch in der Tiefe zu durchleuchten.


Powlison beschreibt den christlichen Veränderungsprozess (Heiligungsprozess) so:

Heiligung, heilig und Heiligkeit – sprechen vom täglichen Leben. Es gibt nichts Praktischeres als mit einer stets wachsenden Liebe, Freude und Bestimmung zu leben. Nichts ist hilfreicher und Augen-öffnender, als in Weisheit, Hoffnung und Glaube zu reifen. (What is Sanctification, 15, Übersetzung von mir)


Biblische Heiligung bedeutet Veränderung. Dort, wo wir sind, in unserem normalen Leben, in unseren alltäglichen Rollen. Unsere Liebe zu Gott und unserem Nächsten nimmt zu, wir werden zu besseren Mitmenschen, wir reifen in Lebensweisheit, unsere Hoffnung wächst inmitten von schweren Herausforderungen und unser Glaube wird immer tiefer verwurzelt.


Es ist unmöglich in diesem relativ kurzen Blogbeitrag alles zu würdigen, was Powlison über den christlichen Wachstumsprozess gesagt hat. Er selbst würde wahrscheinlich sagen, dass man gar nicht alles sagen kann, weil Heiligung immer mit individuellen Menschen in ihren individuellen Situationen zu tun hat. Trotzdem versuche ich seine Gedanken unter diesen drei Überschriften zusammenzufassen:

  • Veränderung geschieht nicht nach einem fixen Rezept, sondern ereignet sich im realen Leben, in den jeweiligen Umständen, in Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen.

  • Veränderung muss das Herz (das Zentrum des Menschen) erreichen, damit sie im biblischen Sinn genug tief greift.

  • Veränderung heißt beides, zu Gott umkehren und unsere Nächsten besser zu lieben.

Veränderung ereignet sich im realen Leben

Jesus begegnete seinen Mitmenschen im Leben. Seine Nächstenliebe zeigte sich manchmal durch ein ermutigendes Wort, manchmal in einer heilenden Geste oder tief empfundener Empathie. Ein andermal erzählte Jesus eine Geschichte oder er lehrte über das Gesetz. Dann wieder sprach er ungeschönte und herausfordernde Ermahnungen aus. Eine Begegnung mit ihm führte zu Betroffenheit, Freude oder Bestürzung, Wut oder Anbetung. Eine Begegnung mit Jesus brachte Veränderung hervor. Jesus begegnete den Menschen konkret dort, wo sie sich in ihrem Leben und vor allem in ihren Herzen befanden. So begegnet er auch uns. Er kennt unsere spezifischen Herausforderungen, unsere geheimen Wünsche, blinden Flecken und Altlasten.


Powlison hatte ein enorm gutes Gespür für diese Kontextbezogenheit der Heiligung:

Gott sagt nie alles zur gleichen Zeit, wenn er sich [uns] offenbart. Verschiedene Aspekte von Gottes Person, Absichten, Charakter, Willen, Verheißungen und Aktionen kommen an verschiedenen Stellen der Schrift zum Vorschein: immer angepasst auf die komplexen Begebenheiten einer Situation, immer bemerkenswert angemessen auf die existentielle Wahl, vor die eine spezifische Person gestellt ist.

(What is Sanctification, 89, Übersetzung von mir)


Begegnen wir den Menschen auch so oder predigen wir ‚unsere geliebte Wahrheit‘ (vielleicht das, was uns am meisten geholfen hat) ungeachtet ihrer Lebensumstände? Erkennen wir die Fülle von Gottes Selbstoffenbarung oder beschränken wir uns auf einen für uns zentralen Aspekt?


Powlison nennt fünf Faktoren, die im Heiligungsprozess zusammen eine Rolle spielen: Gott, der uns durch seinen Heiligen Geist verändert – sein Wort, durch das er uns anspricht und umgestaltet – unsere existenzielle Situation in der Welt (da wo wir gerade sind, unsere inneren und äußeren Umstände) – andere Menschen – und wir selber (unsere Bereitschaft zur Veränderung). In allem geht es um Beziehung, meine Beziehung zu Gott, zu anderen Menschen und zu mir selbst.


Veränderung muss im Herzen geschehen, damit sie im biblischen Sinn tief genug greift

Es gibt zig Strategien und Anleitung zur Veränderung heutzutage. Positives Denken oder neue Gedankengänge einüben, sein inneres Kind umarmen und sich selber lieben, motivierende und messbare Ziele setzen, sich in Einklang mit der Schwingung des Universums bringen, eine Rechenschaftsbeziehung suchen, mehr beten, Dämonen austreiben, ein richtig dosiertes Medikament einnehmen, Sport treiben und genug schlafen, viel Lobpreismusik laufen lassen, radikale Jüngerschaft leben, in Gemeinschaft leben, und so fort. Das Problem ist nicht, dass diese Ansätze an sich falsch wären (obwohl es die einen in ihren radikaleren Formen bestimmt sind), sondern dass all diese Strategien nicht tief genug greifen – sie gehen nicht an die Wurzel der Probleme. Powlison ermutigt uns immer und immer wieder tiefer zu blicken, auf die Motivationsdynamik, die sich im Innersten des Menschen abspielt. Die Bibel nennt dieses menschliche Innerste das Herz. Wir lesen in den Sprüchen: ‘Mehr als auf alles gib acht auf dein Herz, denn aus ihm strömt das Leben.’ (Sprüche 4,23) Jesus sagte, dass die schlechten Früchte eines Baumes davon kommen, dass die Wurzeln schlecht sind (Mt 7,18; siehe auch 23,27) – böse Worte und Taten kommen aus einem bösen Herzen. Mehr als alles andere sollten wir auf unser Herz achten. Denn umgekehrt gilt genauso, gute Taten fliessen aus einem guten, gereinigten Herzen.


Wie bringt Powlison für uns Licht in diese Dynamik des Herzens, von der die Bibel spricht? Er betont vier Dinge. Erstens, unsere Motivation (warum wir tun was wir tun – warum wir fühlen, wie wir fühlen): das Herz verlangt, begehrt, betet an, liebt, sucht Sinn, sucht Zuflucht, findet Ruhe in (?), findet Hoffnung in (?), findet Sinn in (?). Zweitens, das Herz sucht und findet all dies entweder in Gott (vertikal) oder aber in etwas oder jemand anderem als Gott, einem quasi-Gott (horizontal). Drittens, unser sündiges und destruktives Verhalten (die schlechten Früchte), das sich oftmals auf der horizontalen Ebene zeigt, zeugt davon, dass wir ein vertikales Anbetungsproblem haben (ein Herz, dass nicht Gott anbetet, sondern einen quasi-Gott). All unsere zwischenmenschlichen oder ‘inneren’ Probleme haben letztlich diesen ‘vertikalen Twist'. Nur sind wir uns dessen oftmals nicht bewusst. Viertens, die Lösung für das Problem liegt in unserer Ausrichtung auf diese vertikale Dimension. Dass wir uns von ganzem Herzen Gott zuwenden und ihn anbeten - und dann unseren Nächsten (und uns selbst) besser lieben lernen.


Um dies zu verstehen sollten wir uns ein reales Beispiel vergegenwärtigen. Als Rahmenhandlung nehmen wir mal eine Konfliktsituation des Ehepaars Jackie und Jones (erfundenes Paar). Dann weiter die biblische Perspektive auf zwischenmenschliche Konflikte in Jakobus 4, sowie Gedanken aus Powlison’s Buch über Zorn (‘Das beste Buch über Zorn ausser der Bibel selber’, gemäss John Frame). Folgender Gedanke sei vorausgeschickt: obwohl Jackie und Jones miteinander streiten und sich dabei gegenseitig verletzen, haben sie letztlich ein Problem mit Gott!


Jackie und Jones streiten häufig. Jackie wirft Jones vor, dass er sich nicht um sie kümmert, sondern nur um seinen Job und seine Freunde. Jones wirft Jackie vor, dass sie ihn nicht respektiert und ehrt, sondern zu oft an ihm herumkritisiert. Jackie seufzt: ‘Jetzt hast du diesen Samstag Abend schon wieder mit deinen Kumpels abgemacht. Was soll ich denn tun?’ Jones entgegnet: ‘Du könntest ja mit deinen Freundinnen abmachen?’ Jackie: ‘Das habe ich doch letzten Samstag schon. Nie hast du Zeit für mich!’ Jones: ‘Das stimmt nicht. Ich habe gerade diese Woche zwei Abende Zeit mit dir verbracht. Du bist nie zufrieden mit dem was ich tue.’ (Der Leser spinne die Story selber weiter …)


Was meint der Apostel Jakobus zu dieser Situation? ‘Eure Streitigkeiten und Zwiste stammen daher, dass ihr in euren Herzen selbstbezogene und selbstsüchtige Wünsche hegt, die gegen das stehen, was Gott von euch möchte (nämlich ihn von ganzem Herzen zu lieben und euren Nächsten wie euch selbst).’ (Jak 4,1 paraphrasiert) ‘Und weil ihr nicht das bekommt, was ihr wollt, streitet ihr miteinander. Aber am Schluss gibt es nur Verlierer und keiner von euch bekommt das, was er wollte.’ (Jak 4,2 paraphrasiert)


Solche Anschuldigungen wie Jackie und Jones sie äußern, tragen ja meistens einen Kern Wahrheit in sich und sind damit zu einem Teil vielleicht gerechtfertigt. Es wäre vielleicht tatsächlich gut, wenn der andere sich verändern würde (sprich, wenn Jones ihr mehr Aufmerksamkeit schenken oder wenn Jackie weniger kritisieren würde)! Wenn Jackie ihrem Mann vorwirft, er kümmere sich nur um sich selbst, offenbart sie ihre tiefe Sehnsucht danach, dass ihr Ehemann ihr Aufmerksamkeit und Zuneigung, Liebe und Sicherheit gibt. Ihr Bedürfnis ist offensichtlich bis zu einem gewissen Grad legitim. Wenn Jackie aber nur noch dann erfüllt sein oder einen sicheren Halt haben kann, wenn Jones ihr Bedürfnis genügend stillt (falls das überhaupt möglich ist), dann ist gerade dieses Bedürfnis zu einem quasi-Gott geworden - einem selbstsüchtigen, selbstzentrierten Wunsch. In ihrem Herzen fühlt und denkt sie vielleicht: ‚Jones muss mir seine Zuneigung schenken, nur dann bin ich wertvoll.‘ Oder: ,Wenn Jones mich im Stich lässt, macht mein Leben keinen Sinn mehr.‘ Solche Sätze demonstrieren zwei Dinge. Sie offenbaren eine radikale horizontale Abhängigkeit (‚nur dann bin ich wertvoll, nur dann macht mein Leben Sinn‘) und sie zeigen eine krasse Selbstbezogenheit (‚er muss mir… geben!‘). Wenn zwei Menschen, die von solchen Wünschen regiert werden in enger Beziehung miteinander stehen, führt dies unweigerlich zu Konflikten. Ja, der ungute Konflikt ist der Beweis dafür, dass bei Jackie und Jones im Herzen etwas nicht stimmt (stell dir vor, wie ein Gespräch zwischen den beiden ablaufen würde, wenn beide ein reines Herz gegenüber Gott und gegenüber einander hätten).


Was sagt nun David Powlison zu dieser und ähnlichen Situationen?

Mit unseren Forderungen [an den anderen] stehen wir für uns selbst und gegen Gott auf der tiefsten Ebene: „Mein Königreich komme. Mein Wille geschehe.“ … Nichts liegt tiefer als diese eigensüchtigen Begierden, die zum Konflikt führen. Sie konkurrieren direkt mit Gott über die Herrschaft [des Herzens]. Kein Problem ist so tiefschürfend und allgegenwärtig. (Good and Angry, 129, Übersetzung von mir)


Gott aber hat andere Vorstellungen und Pläne: Liebt mich von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, ganzem Verstand und ganzer Kraft und liebt eure Nächsten wie euch selbst (Markus 12,30-31). Gott möchte uns immer mehr in das Bild seines Sohnes verändern, der in allem was er tat vom himmlischen Vater abhängig war (ihn von ganzem Herzen liebte) und der unermüdlich geliebt und sich für seine Nächsten hingegeben hat. Was würde sich verändern, wenn Jackie und Jones Gott und einander auf diese Weise von ganzem Herzen zu lieben beginnen würden? Das Bedürfnis von Jackie geliebt zu werden und Zuneigung zu bekommen (und auf der anderen Seite das Bedürfnis von Jones nicht kritisiert, sondern mit Respekt behandelt zu werden) würde sicher bleiben. Aber es würde das Herz nicht mehr auf dieser tiefen Ebene regieren. Selbst wenn es Jones mal nicht gelingen sollte, das Bedürfnis seiner Frau zu stillen (was durchaus der Fall sein wird!), wäre Jackie dann zwar enttäuscht, aber trotzdem frei ihren Mann zu lieben und zu respektieren, weil sie zuerst Gott zutiefst liebt und sich danach sehnt, dass sein Königreich in ihr zunimmt, dass sein Wille in ihrem Leben geschieht! Sie würde vielleicht sagen: ‚Ich bin zwar verletzt, dass du mich nicht beachtet hast, aber ich habe die sichere Gewissheit, dass Gott mich immer sieht und liebt. Und darum will ich dich auch lieben!‘ Und Jones könnte seine Unterlassungssünde einsehen und einlenken: ‚Ok, vielleicht hast du Recht. Es ist mir zwar wichtig mit meinem Freunden abzumachen, aber ich denke es wäre gut, wenn wir heute Abend etwas Schönes zu zweit unternehmen.‘ Vielleicht würde Jackie dann sogar einlenken: ‚Ach, weißt du was, eigentlich sehen wir uns ja beim Frühstück am nächsten Morgen. Geh doch ruhig mit deinen Kollegen aus und ich mache mir einen gemütlichen Abend mit meinem Buch.‘


Powlison schlägt vor, dass der Schlüssel zur Veränderung in zwischenmenschlichen Konflikten darin liegt, auf unsere tiefsten Herzensmotive zu achten:

Um Gottes Lösung für unsere Konflikte zu finden, muss ich mir die Frage ‚Was will ich? und wie spiele ich Gott, wenn ich meine Forderung geltend mache?‘ stellen. Eine solch tiefgehende und explizite Analyse der vertikalen Dimension in zwischenmenschlichen Konflikten birgt den Schlüssel … So lange wir auf der horizontalen Ebene bleiben, wird es keinen bleibenden und echten Frieden geben. (Good and Angry, 130, Übersetzung von mir)

Und dann dürfen wir uns von unserem ‚falschen‘ Bedürfnis, unserem quasi-Gott (merke: der quasi-Gott mag für jeden etwas anderes sein) abwenden und uns Gott zuwenden, ihn suchen, ihn lieben, zu ihm umkehren, ihn anbeten.

Es ist bemerkenswert wie „vertikal“ diese Lösung für das radikal vertikale Problem des Herzens ist. Es ist erstaunlich wie Gott-zentriert diese Lösung ist. Unterordne dich Gott, widersteh dem Teufel. Nähere dich Gott … Reinige deine Hände von deiner sündigen Praxis: dem Chaos und jeder bösen Taktik, dem Zanken und Streiten, dem gegeneinander Reden. Reinige dein Herz von diesen Treuebrüchen: den unaufrichtigen Begierden, die zwar äußerlich ‚Gott sagen,‘ letztlich aber den quasi-Göttern dienen. Sei traurig. Demütige dich in Gottes Gegenwart (in Bezug zu Jak 4:6-10). (Good and Angry, 130, Übersetzung von mir)


Damit wären wir beim letzten Punkt angelangt. Doch zuvor müssen wir uns noch einmal vor Augen führen, dass diese vertikale Motivationsdynamik nicht nur in zwischen-menschlichen Problemen, sondern in Bezug auf jedes Problem an sich gilt. Der wichtigste Schritt zur Veränderung liegt darin, sein Herz zu durchleuchten, die quasi-Götter zu entlarven und sich dem wahren Gott zuzuwenden und in ihm das Leben, Glück, Heil, Sicherheit, Halt, Bestätigung, Identität oder Annahme zu finden (für diesen Prozess der 'Selbstdurchleutung' empfehle ich den Artikel ‚X-ray questions‘ von Powlison). In dieser Abwendung von letztlich destruktiven Abhängigkeitsbeziehungen zu unseren Ersatzgöttern und unserer Zuwendung zum einzig wahren Gott liegt der Schlüssel zu einer tiefgreifenden Veränderung, einer Umgestaltung unseres Herzens und unserer Motivation, von unserer Selbstzentriertheit zu einer Gottfokussiertheit und Nächstenliebe.


Veränderung beinhaltet, zu Gott umzukehren und unsere Nächsten besser zu lieben

Wir haben am Beispiel von Jackie und Jones gesehen, dass es zuerst um die vertikale Gottesbeziehung geht: ihn zu lieben, ihn anzubeten, ihm zu vertrauen, die ganze Hoffnung auf ihn zu setzen, für ihn zu leben, sich ihm unterzuordnen, bei ihm Zuflucht zu suchen, ihm zu gehorchen. Wenn wir uns Gott zuwenden, ist er uns gnädig und befreit uns zunehmend von unseren selbstsüchtigen und selbstzentrierten Wünschen. Wir werden mehr und mehr befähigt anders zu fühlen, zu denken und zu handeln und unsere Nächsten wirklich und echt zu lieben.


Powlison beschreibt diese Transformation, die in diesem Leben nie abgeschlossen und immer vorwärtsschreitend sein wird:

Den geistlichen Kern [als Erstes] anzugehen gibt dem Empfänger der Gnade neue Kraft und Demut verschiedene Strategien zu verfolgen und dadurch in Richtung Frieden zu arbeiten. Mut, Bereitschaft zur Vergebung, echte Liebe (sogar für Feinde), Geduld auf lange Sicht – all das sind Charaktereigenschaften, nicht lediglich Strategien. Konstruktive Strategien fließen von einem Charakter, der durch das demütigende Bedürfnis nach der Gnade Gottes transformiert wurde.

(Good and Angry, 139, Übersetzung von mir)


Das ist Veränderung im biblischen Sinn. Sie ist nicht oberflächlich, sondern tiefgreifend. Sie verändert nicht unsere Umstände, sondern unseren Charakter und wie wir diesen Umständen begegnen. Sie gibt uns kein ‚sorgenfreies Leben‘, doch macht sie uns zu reifen, demütigen und liebenden Menschen, die mitten im Leben stehen. Sie besteht aus keiner Fünf-Punkte-Regel, sondern geschieht in Beziehung und Abhängigkeit zu unserem Gott. Sie ist nicht automatisch und linear, sondern entfaltet sich über ein ganzes Leben. So dass wir dem immer ähnlicher werden, der uns zu sich ruft.


Folgende Bücher von David Powlison fand ich zum Thema sehr hilfreich und kann sie wärmstens empfehlen:

  • How Does Sanctification Work?

  • Seeing with New Eyes: Counseling and the Human Condition Through the Lense of Scripture (erhältlich auf Deutsch: 'Seelsorge im Licht der Bibel')

  • Good & Angry: Redeeming Anger, Irritation, Complaining, and Bitterness (erhältlich auf Deutsch: 'Der Ausweg für (m)ein zorniges Herz')






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